Über das Für und Wider von Trocken- und Nassfütterung

Ein Beitrag von Ingeborg Kulgemeyer, Januar 2019

Sachverstand statt Polarisierung

Für die meisten Hundehalter ist die Frage der richtigen Ernährung ihres Hundes von zentraler Bedeutung. Hängt hiervon doch ein großes Stück Lebensqualität für Hund und Mensch ab. Eine gut eingestellte Ernährung hilft dem Hund entscheidend dabei, ein starkes Immunsystem aufzubauen. Das dadurch entstehende Mehr an Gesundheit und Lebensfreude der Fellnasen ist verständlicherweise im höchsten Maß erstrebenswert.

In diesem Zusammenhang stellt sich immer wieder die Frage: Wie füttere ich meinen Hund, trocken oder nass? Leider wird die Diskussion hierüber meistens sehr emotional und wenig sachlich, manchmal sogar polarisierend bis fanatisch geführt. Dies ist aber überflüssig und wenig konstruktiv. Geht man das Problem sachlich an, so wird man – mancher vielleicht mit Verwunderung – feststellen, dass nicht nur viele Wege nach Rom führen, sondern dass es auch ganz verschiedene Arten zu füttern gibt, die langfristig hocherfolgreich sein können. Und dass die richtige Ernährung auch eine ausgesprochen individuelle Angelegenheit ist, also stark von der Konstitution des einzelnen Hundes abhängt.

Die individuelle Konstitution des Hundes entscheidet

Grundsätzlich zeigt die Erfahrung, dass die einzig „wahre" Art zu füttern nicht existiert. So gibt es Hunde, die gut gemeintes und auch fachmännisch durchgeführtes BARFen mit akuten Durchfällen und langfristigen Nierenproblemen quittieren und hingegen bei Umstellung auf Trockenfutter plötzlich keine Symptome mehr zeigen und/oder sich von ihren gesundheitlichen Problemen erholen. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Nämlich dann, wenn Hunde nur mit selbstzubereiteten Rationen oder Nassfutter eine geregelte Verdauung und allgemeines Wohlbefinden aufweisen. Entscheidend ist, was für ein Verdauungstyp der Hund ist. Um das besser beurteilen zu können, sollte man sich beide Arten zu füttern noch einmal genauer anschauen und dann entscheiden.

Nass- und Rohfütterung

Guter Ruf und gutes Gefühl

Den besten Ruf unter den HundehalterInnen haben nach wie vor die Nass- und Rohfütterung. Hierbei werden alle Zutaten in der Frischsubstanz angeboten, was das gute Gefühl vermittelt, natürlich zu füttern. Zudem kann man nicht nur beim BARFen sondern selbst bei vielen – in der Regel den qualitativ hochwertigen – Dosenfuttern die Zutaten erkennen und die Qualität auch als Laie einfacher beurteilen.

Von der Evolution profitieren

Häufig liegt hier eine Ansicht zugrunde, die nicht ganz korrekt ist bzw. erweitert werden muss. Zum einen hat sich, bedingt durch die Domestikation des Hundes und die fortschreitende Evolution, der Verdauungstrakt des Hundes dem Nahrungsangebot und den Umweltgegebenheiten angepasst und dementsprechend weiterentwickelt. Darum kann man die Verdauungsprozesse des heutigen Hundes nicht 1:1 mit denen seines Vorfahren, dem Wolf, gleichsetzen. Bestes Beispiel hierfür ist der Bedarf an Eiweiß und Kohlenhydraten von Hund und Wolf, der sich immer weiter auseinander entwickelt hat. So benötigt ein Hund heute weniger Eiweiß und mehr Kohlenhydrate als ein Wolf. Eigenheiten, die sich selbstverständlich auch in Verdauungs- und Stoffwechselprozessen niederschlagen. Zum anderen werden Hunde bereits seit den 1950er Jahren vermehrt mit Trockenfutter gefüttert, so dass sich der Verdauungstrakt und der Stoffwechsel anpassen mussten, damit diese Spezies im Sinne der Evolution „überlebt". Das Resultat ist auch sehr erfreulich, denn letztendlich sind Hunde nun auch in der Lage, von den Vorteilen eines Trockenfutters (siehe Ausführungen unten) zu profitieren. Und dies ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen.

Schlechtere Verwertung der pflanzlichen Zutaten

Bei der Nass- und Rohfütterung liegen die pflanzlichen Anteile wie Getreide, Kartoffeln und Gemüse mit einem geringeren Stärkeaufschluss vor als bei einem Trockenfutter. Da der Hund pflanzliche Komponenten ohne Aufbereitung kaum bis nicht ausreichend verwertet – was insbesondere bei der Rohfütterung zum Problem werden kann – ist diese Art zu füttern nicht für alle Hunde gleich gut geeignet. Dies gilt auch für Dosenfutter, dessen pflanzliche Anteile durch die Aufbereitung der Autoklavierung zwar besser aufgeschlossen sind, aber dennoch nicht dem Stärkeaufschluss eines Extrudats (Produkt einer Trockenfutterherstellung) entsprechen. Ausnahme bildet Nassfutter, das bereits mit aufbereiteten pflanzlichen Zutaten hergestellt wird – dies ist aber eher selten der Fall. Zeigt ein Hund nicht die nötige Toleranz gegenüber dem niedrigeren Stärkeaufschluss, kann es zu Verdauungsstörungen sowie zu erhöhten Futter- und Kotmengen kommen.

Fehlgärungen und Verdauungsstörungen bei Rohfütterung

Rohes Fleisch und unaufbereitete pflanzliche Anteile in Form von Gemüse und Früchten können – müssen aber nicht – bei empfindlichen Hunden ebenfalls zu Fehlgärungen im Darm und Verdauungsstörungen verschiedenster Art führen.

Verdauungstyp Nassfütterung

Hunde, die mit einer Nassfütterung insbesondere einer Rohfütterung gut zurecht kommen, haben in der Regel einen robusten Verdauungstrakt und sind vom Nährstoffbedarf eher genügsam. Der niedrigere Stärkeaufschluss der pflanzlichen Komponenten wird in der Regel ohne Probleme durch erhöhte Futtermengen kompensiert.

Trockenfütterung

Weit verbreitet und beliebt

Die Fütterung von Trockenfutter und Trockenfleischprodukten ist weit verbreitet und sehr beliebt. Durch die modernen Herstellungsverfahren von Trockenfutter ist es gelungen, pflanzliche Anteile optimal für den Hundedarm aufzubereiten und eine umfassende Nährstoffversorgung zu garantieren. Bedingt durch den hohen Stärkeaufschluss ist Trockenfutter in der Regel – hochwertige Qualität selbstverständlich vorausgesetzt – sehr gut verträglich. Trotz seines weniger intensiven Geruchs im Vergleich zu Nassfutter oder zu selbstzubereiteten Rationen, ist die Akzeptanz bei Hunden ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen.

Sorge des Halters wegen Ausgleich des Wasserhaushalts

Wenn es – unabhängig von der Qualität, die zugegebenermaßen das tatsächlich größte Problem an einem Trockenfutter sein kann – Schwierigkeiten mit der Trockenfütterung gibt, entstehen sie weniger beim Hund als beim Halter. Letzterer macht sich insbesondere Gedanken über den Wassergehalt der Kroketten und fürchtet – häufig verunsichert durch Meinungen mancher selbsternannter Fütterungsexperten im Internet – Nierenschäden oder andere gesundheitliche Probleme.

Wie oben schon beschrieben hat die evolutionäre Entwicklung dazu geführt, dass unsere Hunde in der Regel Trockenfutter bestens verdauen und verstoffwechseln können. Die häufig aufgestellten Berechnungen der angeblich an Wasser notwendigerweise zu ergänzenden Mengen, basieren leider oft auf einem Missverständnis. Insbesondere die Einordnung und Bewertung des Unterschieds von Frisch- und Trockensubstanz sowie die daraus resultierenden Konsequenzen werden hierbei meistens nicht beachtet.

Entwarnung bezüglich der Wasseraufnahme

Nicht alle Zutaten haben in der Frischsubstanz den gleichen Anteil an Wasser. Hier liegen Fleisch, Kartoffeln, Früchte und einige Gemüsesorten vorn, wohingegen z. B. Getreideflocken nur ca. 15 % oder frisches Brot als vergleichbarer Wert ca. 25-45 % Wasser enthalten.
Als eine gemittelte Berechnungsgrundlage kann man bei einer fleischdominierten Ration (Anteil 50-70 % in der Frischsubstanz) daher gut, den durchschnittlichen Wasseranteil von Rind-, Wild- oder Geflügelfleisch zugrunde legen, der in der Regel zwischen 65-70 % liegt. Nicht vergessen sollte man, dass Trockenfutter selbst einen Wasseranteil von ca. 10 % sowie zudem 5 % an Fetten und Ölen (hier gilt Frischsubstanz = Trockensubstanz, da kein Wasser enthalten ist) mitbringt. Diese ca. 15 % müssen von der zuzuführenden Wassermenge ebenfalls noch abgezogen werden. So müssten dann 30 g Trockensubstanz mit 55 g Wasser (70 g abzüglich 10 g Restfeuchtigkeit und 5 g Fetten und Ölen) ergänzt werden. Geht man von dieser Berechnungsgrundlage aus, so sollte der Hund auf einen Teil Trockenfutter ca. 1,55 Teile Wasser zu sich nehmen. Ein kleiner Hund, der mit 100 g Trockenfutter auskommt, müsste 155 ml Wasser aufnehmen. Bei einem großen Hund, der 300 g Trockenfutter benötigt, wären es 465 ml Wasser. Eine Menge also, die durchaus der durchschnittlichen Wasseraufnahme eines Hundes der jeweiligen Konstitution entspricht bzw. meistens sogar weit darunter liegt. Es versteht sich von selbst, dass JEDER Hund – unabhängig davon, ob er trocken oder nass gefüttert wird – immer frisches Wasser zur freien Verfügung haben sollte.

Unbedingt anzumerken bleibt, dass es generell noch zu klären gilt, ob ein Hund wirklich den kompletten Anteil an Wasser ausgleichen muss, oder ob er nicht auch durchaus trockene Nahrungsmittel zumindestens teilweise verstoffwechseln kann, ohne dass er zusätzliche Mengen an Wasser benötigt. So sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass es auch durchaus Nahrungsmittel mit einem hohen Wasseranteil gibt, denen während des Verdauungsprozesses Wasser entzogen werden muss. Auch hier muss der Organismus also tätig werden, um optimal zu verdauen. Grundsätzlich sollte man der Natur vielleicht ein wenig mehr Fähigkeiten und Flexibilität zutrauen.

Auch die Tatsache, dass jeder Hund von Natur aus einen individuellen Wasserbedarf hat, darf nicht unberücksichtigt bleiben. Die Verdauungs- und Stoffwechselprozesse der Hunde unterscheiden sich oft deutlich, so dass es durchaus kein Problem darstellen muss, wenn ein großer Hund bei 300 g Trockenfutter „nur" 400 ml Wasser aufnimmt. Dies bestätigt auch unsere 25 jährige Beratungspraxis.

Minderwertige Qualität und synthetische Zusatzstoffe sind das eigentliche Problem

Zudem weisen die meisten Hunde, die ihr Leben lang ausschließlich mit einem qualitätvollen Trockenfutter ohne Zusatzstoffe gefüttert wurden, auch im hohen Alter noch exzellente Nieren- und andere Blutwerte auf. Die tatsächlichen Ursachen für Nierenschäden – was die Fütterung betrifft – sind wohl eher im Bereich der Futterqualität und synthetischer Zusatzstoffe als bei der Trockenfütterung an sich zu suchen. Immer noch gibt es zu viele Produkte am Markt, die minderwertige Rohstoffe und/oder einen kräftigen Chemiecocktail in Form von Antioxidantien, Konservierungsstoffen, synthetischen Vitaminen und allerlei technischen Hilfsstoffen enthalten. Und dies gilt für Trocken - und für Nassfutter. Hier besteht der dringende Handlungsbedarf!

Nierenschäden durch Überversorgung mit Eiweiß, Chemie und Medikamenten

Weitere häufige Ursachen für Nierenstörungen beim Hund sind unserer Erfahrung nach eine zu eiweißreiche Ernährung (zu viel Fleisch und Trockenfleischprodukte) und die Belastung durch chemische Präparate. Hierzu zählen z. B. chemische Antiparasitenmittel, Wurmkuren, Antibiotika und andere Medikamente. Wenn wir auf Dauer wieder eine bessere Grundgesundheit bei unseren Hunden erreichen möchten, ist hier ein andersartiger, nämlich maßvoller Umgang mit diesen Präparaten notwendig. Pauschale Entwurmungen in kurzen Abständen ohne Wurmdiagnose oder Antibiotikagaben bei jeder Gelegenheit – dies alles führt nicht zu mehr, sondern letztendlich zu weniger Gesundheit. Und leider auch zu immer weiter sinkender Lebenserwartung unserer Hunde.

Trockenfütterung bei Hunden mit Nierenstörungen?

Diese Frage wird auch in der Praxis immer wieder gestellt. Grundsätzlich sollte man bei erhöhten Nierenwerten oder der Diagnose „Niereninsuffizienz" auf keinen Fall eine abrupte Futterumstellung von Nass auf Trocken oder umgekehrt vornehmen. Jeder Eingriff in den Elektrolythaushalt in dieser Situation ist belastend – dies gilt auch für eine Umstellung von Trocken auf Nass.
Als erstes sollte man die Qualität des aktuellen Futters noch einmal prüfen und gegebenenfalls die Futtersorte wechseln bzw. besser ein Diätfutter füttern. Nierendiätfutter gibt es sowohl als Nass- als auch als Trockenfutter, so dass man die Art der Fütterung nicht wechseln muss. Wichtig ist es, die Nährstoffzusammensetzung der Krankheit anzupassen. Entgegen vieler Unkenrufe kann gerade ein Trockenfutter aufgrund seiner guten Nährstoffaufbereitung entscheidend zur Regeneration und Stabilisierung des Gesundheitszustands bei Hunden mit Nierenproblemen beitragen. Eine pauschale Ablehnung von Trockenfutter ist daher nicht angezeigt.

Der ewige Streit zwischen kaltgepresstem und extrudiertem Futter

Zum Thema Trockenfutter gehört auch die Unterscheidung zwischen kaltgepresstem und extrudiertem Futter. Um die Diskussion auf der Sachebene zu führen, sollte man sich an die Fakten halten.

Die beiden Herstellungsweisen unterscheiden sich im Ergebnis hauptsächlich dadurch, dass der Stärkeaufschluss eines Extrudates (extrudierte Krokette) nachweislich höher ist als beim Pellet (kaltgepresste Krokette). Dies bedingt eine bessere Verdaulichkeit und Aufgeschlossenheit der enthaltenen Nährstoffe für den Hund sowie in der Regel einen niedrigeren Rohaschegehalt des Futters. Dies ist auch an den unterschiedlich hohen Kotmengen zu sehen. Hierbei liegt die Menge an Output beim kaltgepressten Futter deutlich höher.

Ein Extrudat ist aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit der Nährstoffe in der Regel für anspruchsvolle und empfindliche Hunde die bessere Wahl – gute Qualität wie immer vorausgesetzt. Entgegen vieler Meinungen sind die Herstellungstemperaturen beider Herstellungsverfahren ähnlich – auch wenn die Bezeichnung „kaltgepresst" anderes verspricht. (Ausführliche Informationen zu den beiden herstellungsverfahren finden Sie z. B. unter http://www.ich-will-futter.de/marengo-498.html#ancor2)

Nichtsdestotrotz sind beide Varianten der Trockenfütterung beliebt und können ihre Erfolge vorweisen.

Irreführender „Schwimmtest"

Mittlerweile werden schon fast kurios anmutende Tests im Internet verbreitet, um zu beweisen, welches Futter denn nun „gut" und welches „böse" ist. Hierzu zählt auch der sogenannte „Schwimmtest", wobei ein Pellet und ein Extrudat in ein Glas mit Wasser gegeben werden. Aus der Tasache, dass das Pellet untergeht und sich relativ leicht auflöst, wohingegen das Extrudat an der Oberfläche schwimmt und längere Zeit seine Form behält, wird nun geschlossen, dass das Extrudat für den Hund nicht gut verdaulich, ja sogar schädlich sei. Hier muss Einhalt geboten werden, denn diese Interpretation ist nicht haltbar. Bildet dieser Versuch doch in keinster Weise die komplexen Verdauungsvorgänge im Magen- und Darmtrakt des Hundes ab. Neben mikrobiellen und enzymatischen Prozessen handelt es sich im Organismus des Hundes um ein ganz spezielles Milieu, dem dieser einfache Test sicherlich in keinster Weise gerecht wird.

Die Ursache dafür, dass das Extrudat oben schwimmt und längerfristig seine Form wahrt, liegt schlicht und ergreifend darin, dass es während des Herstellungsprozesses zu einer Expansion – die den besseren Stärkeaufschluss bedingt – der Zellen kommt, wodurch das spezifische Gewicht des Extrudates sinkt. Gleichzeitig verbinden sich die Zutaten besser – da sie nicht nur zusammengepresst werden. Das war es schon. Hieraus Rückschlüsse auf die Verdaulichkeit und Güte des Futters zu ziehen, ist mehr als gewagt.

Verdauungstyp Trockenfütterung

Hunde dieses Verdauungstyps profitieren von der hohen Bioverfügbarkeit der Nährstoffe. Das heißt man findet hierunter häufig anspruchsvolle, empfindliche Hunde oder Hunde, die sehr sportlich sind und einen hohen Stoffwechselumsatz haben.

Kombination von Nass- und Trockenfütterung

Es gibt viele Hunde, die gleichzeitig mit Nass- und Trockenfutter gefüttert werden. Dies klappt in der Regel auch sehr gut. Nimmt der Hund ein Gemisch z. B. von Dosenfutter und Kroketten auf, so wird dieser Mix im Magen erst einmal zu einem Nahrungsbrei verarbeitet. Entgegen der Vorstellung vieler Hundehalter folgt der Magen des Hundes nicht dem „In Einem rein - In Einem raus - Prinzip". Nur aufbereiteter Nahrungsbrei wird stückweise aus dem Magen in den Darm abgegeben. Es handelt sich um einen länger andauernden komplexen Verdauungsprozess, bei dem der Organismus durchaus in der Lage ist, trocken und nass zu unterscheiden und dementsprechend damit zu verfahren. Die Gefahr, dass unaufbereitetes Trockenfutter zusammen mit dem Nassfutter in den Darm gerät, ist daher gering. In der täglichen Praxis zeigt sich sogar, dass insbesondere magen-darm-empfindliche Hunde diese Kombination häufig sehr gut vertragen.

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Welcher Verdauungstyp ist mein Hund?

Zur Beurteilung, welchem Verdauungstyp mein Hund entspricht, dienen im Zusammenhang mit der jeweiligen Füttungsart insbesondere folgende Kriterien:

  1. die direkte Verträglichkeit des Futters (bei Umstellung nach einer gewissen Eingewöhnungsphase)
  2. der Grad an Agilität, Aufmerksamkeit und Lebensfreude des Hundes
  3. langfristig: die Krankheitsanfälligkeit, die niedrig bis durchschnittlich sein sollte
  4. langfristig: die Rekonvaleszenszeiten nach Erkrankungen, die ebenfalls niedrig bis durchschnittlich sein sollten
  5. die Akzeptanz des Futters (mit Einschränkung, da Fellnasen ihrer Natur nach in der Regel Leckermäuler und leicht zu verwöhnen sind)

Schlussbemerkung

Bei allem berechtigten Problembewusstsein sollte man nicht vergessen, dass die meisten Hunde sowohl mit Nass- als auch mit Trockenfutter – und beides oft auch kombiniert – gut zurechtkommen. Erst wenn ein Hund offensichtlich Probleme hat, stellt sich meistens die Frage, ob eine Umstellung auf Trocken oder Nass die Lösung sein könnte.

Bei der Beantwortung dieser Frage sollte immer die Lebensqualität und das Wohlbefinden des Hundes und nicht die vermeintlich „richtige" Fütterungstheorie im Vordergrund stehen.

Und bitte nicht vergessen: unabhängig von der Art zu füttern, ob trocken oder nass, sollte man primär auf die Qualität des Futters selbst achten. Nur eine Fütterung mit hochwertigen und artgerechten Zutaten ohne belastende chemische Zusatzstoffe kann die Basis für ein starkes Immunsystem und ein langes, schönes Hundeleben sein.

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